S.Y.A.
Ein leerer Kühlschrank, ein weißes Cover – und der Traum von Rap.
Raphael, Lil’Dee und ich beschlossen, eine Plattenfirma zu gründen: S.Y.A. – Struggling Young Artists. Der Name war Programm.
Ich verdiente gerade so viel, dass ich meinen Mietanteil bei meiner Freundin bezahlen konnte. Später, als wir in einer WG zusammenlebten, war der Kühlschrank oft leer. Doch irgendwie ging es immer weiter.

Unsere erste Platte produzierten wir 1991: ein weißes Cover, beklebt mit einem A5-Flyer – gesponsert von Marlboro. Die Auflage von 500 Stück vertrieben wir selbst. Vertriebe, die Rap ernst nahmen, gab es kaum.
Aufgenommen und gemischt wurde an einem einzigen Tag in einem Studio in Essen. Billiger als Frankfurt – aber der Ingenieur hatte keinen Schimmer von Rap. Für ihn war HipHop gleich Snap oder BG Prince of Rap. Wir wollten jedoch den Sound der US-Platten, die wir nachts in den Clubs spielten.
Auf der Heimfahrt schworen wir uns: Man muss sich alles selbst aneignen. Eine Rap-Platte, die nach Rock-Drums klingt, war für uns undenkbar.
„Es hätte schlimmer kommen können“, sagte ich lachend. „Stellt euch vor, die Drums hätten wie Schlager geklungen – und Lil’Dee wie Heino.“
Wir lachten so sehr, dass mir fast das Zwerchfell platzte.
Credits:
Image: RMII Archiv
Text: RMII & Tobias Hoeft